Grandes Jorasses

Grandes Jorasses

Colton/McIntyre

Als ich Mitte August mit Ralf auf der Couvercle Hütte saß und das Bier im Angesicht der stark verschneiten Grandes Jorasses Nordwand genoß, dachte ich mir was es für gute Eisverhältnisse in der Wand abgeben sollte, wenn das Wetter so kühl bleibe. 5 Jahre waren bereits vergangen, als Luk und ich den Walkerpfeiler kletterten und seitdem hielt ich immer noch ein Auge auf die rechts davon verlaufende Eis- und Mixedtour „Colton-Mc Intyre“, doch bis jetzt schienen die Verhältnisse nie richtig gut gepasst zu haben oder vielleicht haben wir sie ver-passt? Auf jeden Fall dauerte es keine zwei Wochen als die ersten FB-Einträge über Begehungen der Tour erschienen. Bis zu zehn Seilschaften sollte es bereits an einem Tag gegeben haben und so war es nur mehr eine Frage der Zeit… Eines, wie so oft im heurigen Sommer verregneten Morgens, starten wir dann endlich über die Inntalautobahn nach Chamonix. Allzu langweilig wurde die Fahrt aber nicht, da wir diesmal zu viert unterwegs waren, Andi, Simon, Gerry und ich. Die Wand zeigte sich noch wolkenvergangen auf dem Weg zur Hütte, aber das Wetter für die nächsten zwei Tage sollte gut sein. Nach einer sehr kurzen Nacht, spazierten wir dann über den spaltenreichen Gletscher zum Einstieg hinauf. Über einen sehr originellen Spalt konnte man dann kaminartig den Bergschrund überwinden. Der Weg nach oben war nun frei. Nach einem kleinen Verhauer auf der linken Seite des ersten Eisfeldes ging es jetzt an die Wandln. Stapfen, stapfen und wieder stapfen war angesagt. Ein etwas steilerer und echt cool zu kletternder Aufschwung brachte ein bisschen Abwechslung in die monotone Bewegung. Die sog. „Crux“, also die Schlüsselstelle der Tour erwies sich als gut kletterbar, aber nicht allzu gut absicherbar, da der Schnee zu konsistenzlos war. Als diese geschafft war, brauchte uns ein letztes Eisfeld dann zu den Ausstiegsgullys. Diese waren meist mit ein bisschen Eis und Schnee gefüllt, sodass es sich recht genüsslich raufklettern ließ. Hier dachten wir an Kollegen und anderen Bergsteigern, die wie so oft bei trockenen Verhältnissen unterwegs waren und es hier richtig schwer zum klettern hatten… Diese „Headwall“ klettert man schließlich immer schräg nach links bis man auf die obersten Längen des Walkerpfeilers stößt und so wie vor 5 Jahren, war auch jetzt die Erleichterung groß als der letzte Schritt über die Ausstiegswächte endlich getan war! Tjuhuii! Und eines der Bergsteigerträume geht auch hier zu Ende, auch wenn man es wieder erst im Tal und nach einigen Tagen realisiert. Was wir jedoch am gleichen Abend noch realisierten, war sicherlich der Geschmack des Biers in den Gassen von Chamonix 

Sg Vitto

Bilder

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